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Warum schreibe ich MC (Motorradclub) Romane?

Das wird mir keiner glauben, aber ich sag es trotzdem: ich habe noch keinen einzigen MC Roman gelesen und auch erst erfahren, dass das gerade ein trendiges Thema ist, als ich meinen ersten MC Roman geschrieben habe (der übrigens nicht RIDING HOME ist!).

Jaja … Laber Rhababer werdet ihr jetzt sagen und das ist euer gutes Recht.

Aber ich wollte damals gar keinen MC Roman schreiben, sondern einen apokalyptischen Roman. Ich wollte eine zerstörte Welt schaffen, die einfach nur von Bikern regiert wird.

Dieser allererste Roman spielt in der Zukunft, in der die Welt durch einen Chemiewaffenkrieg fast vollkommen zerstört wurde. In diese Zeit gab es also einen MC, dessen Präsident diesen Krieg 'vorhergesehen' hat. Er hat seine Anhänger darauf vorbereitet und sie in Katakomben und Tunnel untergebracht, wo sie den Krieg überlebten. Er 'stahl' ihnen somit das Sonnenlicht. Der Name dieses Clubs war also Sun Raiders (Sonnenräuber).

Vielleicht ahnt jemand hier schon die Verbindung zum Namen unseres Gegenwart-Clubs ;-)

 

Es ging also am Anfang vordergründig gar nicht um die MC Welt, sondern um eine ganz andere, viel düsterere, Welt. Während des Schreibens hat meine Testleserin (Hallo Anne ;-) ) mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich doch mal die Serie Sons of Anarchy schauen soll, was ich getan habe. Das war im Winter 2016. Vorher kam ich also gar nicht mit dem Genre in Berührung. Als ich ins Gespräch mit dem Verlag kam und man die Idee einer apokalyptischen, von Bikern geführten Welt zwar interessant, aber zu wenig Romance-lastig fand, habe ich die Sun Raiders einfach in die Gegenwart geholt und sie zu den Death Raiders gemacht.

Für mich war diese MC Welt jedoch von Anfang an nur das Setting, in dem ich die Charaktere platzierte, über die ich mir wirklich sehr viele Gedanken mache. Mir geht es immer vordergründig um die Charaktere, alles andere sind Nebenschauplätze. Aber es hat mir schon sehr geholfen mich in die Motorradclub Welt einzufühlen, weil ich der Thematik doch persönlich auch nah stehe.

 

Wie der ein oder andere ja weiß bin ich selbst Motorradfahrerin. Und die Motorradszene ist für mich eine ganz besondere, auch ohne, dass man Mitglied in einem Club ist. Das wird mir jeder Biker sofort bestätigen! Als Motorradfahrer ist man irgendwie automatisch in einem Club, ohne seine Unterschrift irgendwo hin zu setzen.

Wenn ich auf meinem Bike umherfahre, bemerke ich natürlich oft die Blicke der anderen, hauptsächlich Männer. Es geilt (sorry für den Ausdruck) viele, primitiv veranlagte Männer oft auf eine Frau auf einem Motorrad zu sehen. Manchmal kommt auch der ein oder andere abfällige Spruch. Ich versuche so Blicke zu ignorieren, aber es nervt schon unheimlich. Ganz zu schweigen von den Sprüchen und Pfiffen, wenn man mal an einer Ampel steht.

Ist der Mann ein Biker, ist das etwas ganz anderes. Da spielt es keine Rolle, ob man Mann oder Frau ist, wenn man auf einem Motorrad sitzt. Da wird mit dem Kopf genickt, den Bikergruß gemacht und sich gegenseitig Respekt gezollt. Ich bin mir zu 100% sicher, dass wenn ich mit meiner Yamaha eine Panne am Straßenrand habe ein Motorradfahrer als erstes helfen wird. Da wird es keinen Spruch über Frauen und Technik geben. Da wird geholfen, zueinander gehalten.

Klar ist die MC Welt noch mal eine ganz andere, keine Frage. Aber einen Teil dieser Brüderlichkeit spürt mal als 'normaler' Motorradfahrer jeden Tag. Auf meiner Arbeit bin ich, seit ich meinen Schein habe, z.B. automatisch Teil einer kleinen, eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Und das in einer Welt, in der ich als Frau eindeutig zu oft noch dem Sekretärinnenklischee begegne.

 

Ich bin froh, dass die Motorradclub Romane gerade gefragt sind. Zum einen, weil ich hoffe dadurch noch viele andere Bikerinnen kennenzulernen, vielleicht noch mehr Frauen zum Motorradfahren zu animieren (im Ernst; wo seid ihr alle? ;-) ) und weil ich mich in einem Genre austoben kann, das ich sehr mit meinem Leben verbinden kann.

Und dass man mir überhaupt erst die Möglichkeit gibt mich darin auszutoben, liegt daran, dass die MC Romane so gefragt sind. Wären sie Out, hätte mein Verlag das Ganze nie gedruckt. Money makes the world go round. Dagegen können wir fluchen und toben, aber was dran ändern tut es ja doch nicht, warum dem alles nicht was Positives abgewinnen?

Ich reite gerade also auf einer Trendwelle mit. Aber ich liebe es :-D Es bietet mir so viele Möglichkeiten Charaktere zu entwickeln, Konflikte zu provozieren und meine Leidenschaft schriftlich auszuleben. So what … dann ist es halt ein Trendbuch. Ist mir egal. Ich habe nämlich in jeder Sekunde, in der ich an dem Buch geschrieben habe, Spaß gehabt. Mein Ding gemacht (manchmal etwas angetrieben oder gezügelt durch meine Lektorin). Trotz allem.

 

Und deshalb schreibe ich MC Romane!

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Kommentare: 2
  • #1

    Bärbel Worm (Donnerstag, 09 November 2017 23:46)

    Hallo. Ronja.
    Mir gefällt's und ich folge dir schon fast überall.
    Ich komme mir vor wie ein Stalker�
    LG Bärbel

  • #2

    Anne H. (Freitag, 10 November 2017 11:12)

    Hallihallo,
    na, da hab ich ja gerade große Augen gemacht, als ich meinen Namen gelesen habe ;)
    Aber ich erinnere mich tatsächlich noch an die Mail und natürlich an die Story um die Sun Raiders, wer weiß, vielleicht dürfen die ja auch irgendwann nochmal ans Tageslicht?!!!?? Ich wäre ja sehr dafür. Und Apokalypse ist ja nun auch so ein bisschen Trend. Wer weiß...
    LG Anne